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Abschlusskonzert mit dem Polizeiorchester Bayern und dem Renner-Ensemble - Verlegung auf den 18. September 2021

Die  Freiheit in aller Munde - welch ein geschundener Begriff! Überstrapaziert! Man könnte das annehmen. Das Gegenteil, Unfreiheit, Unterdrückung, Knechtschaft, fallen einem ein. Wenn im Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 die Befreiungshalle für Kelheim und die Region, vielleicht für ganz Bayern, in den Mittelpunkt anlässlich des 250. Geburtstages des in Bonn geborenen Komponisten rückt, dann kommt es zu Assoziationen: Freiheit-Befreiung wovon? Freiheitskampf - Beethoven und Napoleon - Kronprinz Ludwig, der spätere Ludwig I., König von Bayern und Napoleon. Die Thematik, zwei Ludwigs contra Napoleon, wird eine Rolle spielen. Wenn auch das Verhalten des Komponisten und des Königs gegenüber Napoleon ambivalent ist, so kristallisiert sich doch eine klare Gegnerschaft heraus. Die Ludwigs werden zu Antipoden.

Beethoven meint: „Wohltuen, wo man kann – Freiheit über alles lieben – Wahrheit nie auch sogar am Throne nicht, verleugnen!” Beklagte der Komponist sein wüstes Leben, „Nichts als Trommeln, Kanonen, Menschenelend in aller Art!”, so denken wir an die Befreiung von Krieg und Not und neuerdings an die Spaltung der Gesellschaft, aus welchen Gründen auch immer.

Die Halle, wie man sie in Kelheim nennt, ist ein zu Stein gewordenes Mahnmal, ein „Denk Mal”, das die Freiheit unsterblich macht, auch wenn der „Steinhaufen” einst zerfällt.


Alle politischen Entwicklungen im 20. Jahrhundert und darüber hinaus überdauert die Freiheit, die man mehr erspürt, als dass man sie mit noch so klugen Worten einfangen könnte. Sie ist existenziell. Ein Lebensgefühl, ein Glückszustand, in die man sich hineinleben muss.

Den Gegenwartaspekt stellt der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, in seinem Grußwort zur Publikation „Die Befreiungshalle Kelheim: Geschichte-Mythos-Gegenwart” 2013 heraus. Er dankt den Organisatoren, „die den Begriff der Freiheit Europas über das Jubiläumsjahr gestellt haben”. 

Die musikalischen Darbietungen sind eingebettet in eine Feierstunde, die berühren und anrühren soll. Die Begrüßung nimmt der Präsident der Bayerischen Schlösser-und Seenverwaltung, Bernd Schreiber, vor, den seit 2013 eine enge Zusammenarbeit mit der Musikvereinigung Kelheim anlässlich der 150-Jahrfeier der Befreiungshalle verbindet. Die Halle wurde bespielt und besungen. Erinnert sei hier an die Uraufführungen „Befreiungen - vier Klanginstallationen”, ausgeführt von Ensembles der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater München, an „Musik, Architektur, Licht” im Unterbau der Halle und an „Ballett und Wildnis” mit dem Bayerischen Staatsballett auf dem Michelsberg. 

Kunstminister Bernd Sibler führt in die Thematik „Beethoven und die Freiheit” ein. Anknüpfend an den Anlass der Erbauung der Befreiungshalle wird er sich den Begriffen Frieden und Freiheit zuwenden, die auch für Beethoven von großer Relevanz waren, ja, sie haben sein Schaffen und sein Leben durchzogen und geprägt. Sie sind Grundpfeiler und Voraussetzung für ein Leben in Würde und somit immer aktuell und modern. Frieden und Freiheit sind Synonyme für ein Europa im 21. Jahrhundert. Demokratie, Menschenrechte und Toleranz basieren auf diesen Grundfesten, die vorgelebt werden müssen, um jegliche Fehlentwicklungen zu vermeiden. Man darf auf die Ausführungen des Ministers gespannt sein!

Das Schlusswort spricht der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Er hielt am
18. Oktober 2013, dem 150. Geburtstag der Befreiungshalle Kelheim, die Festansprache. Er ist dem Denk- und Mahnmal auf dem Michelsberg sehr verbunden und fühlt sich dem Artikel 101 der Bayerischen Verfassung verpflichtet: Jedermann hat die Freiheit, innerhalb der Schranken der Gesetze und der guten Sitten alles zu tun, was anderen nicht schadet.        

Die wortgebundene Musik spielt hier eine tragende Rolle. 

Das Renner Ensemble unter der Leitung von Dr. Hans Pritschet wird u.a. Beethovens „Die Himmel rühmen”, Johann Michael Haydns „Friedenslied” und den „Chorgesang zur Befreiungshalle” (1842) von Joseph H. Stuntz präsentieren.




Das Polizeiorchester Bayern unter der Leitung von Prof. Johann Mösenbichler bringt u.a. folgende Stücke zur Aufführung: John Williams Liberty Fanfare, von Beethoven den Türkischen Marsch, die Ouvertüre zu Fidelio, Wellingtons Sieg und die Europahymne „Freude schöner Götterfunken” in der Karajan-Version.

Am 8. und 9. Juli 1971 bestimmte in Westberlin ein Ausschuss des Europarates das Finale von Beethovens Neunter Sinfonie zur offiziellen Europahymne. Karajan arrangierte 47 Takte des etwa 25 Minuten dauernden letzten Satzes für Bläser, quasi ein „Lied ohne Worte”, um der Vielsprachigkeit in Europa Rechnung zu tragen. Beim Abschlusskonzert in Kelheim wird die Hymne für Chor und Orchester erklingen.

Wenn mit „Beethoven und die Freiheit” in der Befreiungshalle das Beethoven-Jubiläum 2020 in Kelheim sein Ende findet, so springt einem die Natur auf dem Michelsberg an. Unweigerlich haben wir den Natur-Menschen Beethoven vor Augen, dem ein Baum lieber als ein Mensch sein konnte. Im Heiligenstädter Testament bekräftigt er: „Wie froh bin ich einmal in Gebüschen, Wäldern, unter Bäumen, Kräutern, Felsen wandeln zu können, kein Mensch kann das Land so lieben wie ich - geben doch Wälder, Bäume, Felsen den Widerhall, den der Mensch wünscht”. Nehmen wir diesen Satz auf, lassen wir ihn auf uns wirken und handeln wir danach, um im Sinne Beethovens die Natur weiter erleben und genießen zu dürfen. 


Sie sind herzlich eingeladen! Besuchen Sie die Veranstaltungen Kelheim feiert Beethoven!

Die Musikvereinigung freut sich auf Sie!

Bleiben Sie gesund!


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